16. April 2021

Nachwuchsförderung gegen den Fachkräftemangel

Der akute Fachkräftemangel bedrängt viele Wirtschaftszweige – so auch die Bau- und Immobilienbranche. Die fehlenden Fachkräfte machen sich auch bei der Gröner Group bemerkbar.

Gröner Group setzt auf das Duale Studium

Ein schneller Blick auf die Stellenanzeigen genügt, um Bescheid zu wissen: Architekten, Bauleiter, Projektmanager, Statiker oder TGA Planer sind begehrt und schwer zu finden. Genau davon berichten Branchenverbände wie der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die vor allem den technischen Bereich und die Immobilienverwaltung als Sorgenkinder identifizieren. Daher raten sie den Arbeitgebern, sich vor allem digital interessant zu machen und frühzeitig um Personal zu kümmern. Wichtig sei das richtige Konzept; zielgruppenspezifische Online-Kampagnen werden vorgeschlagen und im Zuge dessen die Rekrutierung von Nachwuchs, der digital versiert ist.

Die gezielte Ansprache der angehenden Projektentwickler gelingt demnach durch das Ausschreiben von Ausbildungsstellen und durch duale Studiengänge. Der Trend zu letzterem bestätigt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Immer mehr Betriebe bieten Ausbildungsplätze für ein duales Studium an. Während sich im Jahr 2004 insgesamt rund 18.000 Unternehmen beteiligten, wurden 2019 rund 51.000 kooperierende Unternehmen (beziehungsweise Standorte) gezählt. Insgesamt hat sich die Anzahl dualer Studiengänge seit 2004 von seinerzeit etwa 500 mehr als verdreifacht. Die Zahl der Studierenden ist von 41.000 auf über 108.000 gestiegen.

Nach wie vor gibt es in den Fachrichtungen des Ingenieurwesens und der Wirtschaftswissenschaften mit jeweils rund 600 Studiengängen die größte Zahl der angebotenen Studiengänge. Im Vergleich zum Gesamtangebot sind das zusammen etwas mehr als 70 Prozent aller Angebote.

Auch die Gröner Group setzt auf das Duale Studium, denn es gibt bereits fünf Studenten, die diesen Ausbildungsweg beschreiten und im Herbst kommt eine weitere Studentin hinzu. Ricky Engels, Personalreferent der Gröner Group: “Nach den Erfahrungen mit unseren Dualen Studenten und mit Blick auf die Zukunft halte ich dies für den richtigen Ansatz dem Fachkräftemangel Paroli zu bieten. Wir bilden unsere eigenen Projektentwickler und -Manager aus und geben Ihnen die CG-DNA mit auf den Weg. So können wir bereits zu Beginn des Bildungsweges maßgeblich die Zielrichtung beeinflussen und Schwerpunktthemen und Zukunftstrends vermitteln. Studenten vor dem Studium abzuholen und zu fördern, ist ein legitimer wie auch effektiver Weg dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“ Ein logischer Schluss aus Sicht des Personalers, denn „externe Absolventen zu finden, wird immer schwieriger. Diese sind oft schon durch Werkstudententätigkeiten an andere Unternehmen gebunden und kommen nach dem Studium oft nicht mehr auf den Bewerbungsmarkt.“

Im Interview:

Johann Weitzel
Dualer Student bei der Gröner Group

Auch ein Interview mit Johann Weitzel (JW), Dualer Student in der Hauptniederlassung der Gröner Group in Berlin, bestätigt: Wer diesen Ausbildungsweg wählt, profitiert doppelt durch die Verbindung von Theorie und Praxis.


Wie sind Sie darauf gekommen ein Duales Studium zu beginnen und dann noch bei Gröner Group?

JW: Das Duale Studium ist ein zeitgemäßes Ausbildungsmodell, bei dem ein Student die praktische Arbeit mit theoretischem Fachwissen verknüpfen kann. Für mich persönlich war diese Kombination viel interessanter im Vergleich zu einer normalen Ausbildung, da ich so die Chance hatte gleichzeitig ein Studium mit „Bachelor“ und eine praxisbezogene Ausbildung abzuschließen. Natürlich ist es möglich beides hintereinander zu absolvieren, aber dann geht viel mehr Zeit ins Land. Als ich vor vier Semestern noch bei der ehemaligen CG Gruppe gestartet bin, bekam ich direkt die Chance mit zur Gröner Group zu wechseln und wurde damit der erste Duale Student im Unternehmen.

Rückblickend: War dies die richtige Entscheidung?

JW: Ich bin sehr zufrieden mit diesem Weg, zum einen was das Unternehmen, aber auch meine Universität betrifft. Ich studiere an der IUBH Internationale Hochschule in Berlin und habe mich für das Modell entschieden montags und dienstags in die Uni zu gehen; Mittwoch bis Freitag ist dann Arbeitszeit im Büro. Es gab alternativ noch die Möglichkeit Arbeits- und Studienzeit wöchentlich zu wechseln, aber für mich hat das erste Modell besser gepasst. So bin ich immer in den Arbeitsthemen drin und kann auch eigene Projekte mitgestalten und meine Aufgaben erledigen. Wenn man eine Woche nicht arbeitet, passiert so viel; man verpasst einiges und kann seine eigenen Themenbereiche nicht durchgängig fortführen.

Wie lange dauert das Studium?

JW: Nach sieben Semestern endet das Duale Studium mit dem Bachelorabschluss. Normalerweise erreicht man diesen Abschluss in anderen Studiengängen nach sechs Semestern. Wegen der Kombination Arbeit und Studium ist der komplette Stoff nicht zu schaffen und daher verlängert sich die Studienzeit. Am Ende des Studiums bin ich 21 Jahre alt – da macht ein Semester mehr nichts aus.

Welche Praxiserfahrungen gibt es bereits?

JW: Zuerst war ich im Team der Vorstandsreferenten und habe hier mitgeholfen und ganz hautnah die Themen des Vorstands und der Geschäftsführung erleben dürfen. Jetzt bin ich in der Projektentwicklung/Projektmanagement. Wir betreuen das Projekt in der Kleinen Eiswerder Straße in Berlin mit ca. 16.000qm Wohnfläche und 108 Millionen Gesamtentwicklungsvolumen. Dies ist ein richtig großes und spannendes Projekt. Demnächst geht es los mit der Baugrube und das heißt für mich das Projekt mit allen Stationen zu durchleben. Es stellt sich in jeder Phase die Frage „Worauf muss man achten?“ Da ist es super für mich, dass ich bei meiner Projektleiterin mitmachen darf, da sie mit der Rigaer Straße (Carré SamaRiga) bereits erfolgreich ein Projekt in Berlin abgeschlossen hat und eine tolle Kollegin ist. Sie kann sehr gut erklären und so macht der praktische Teil im Unternehmen viel Spaß, denn ich merke jeden Tag wie Know-how dazu kommt, wie ich selbst weiterkomme und lerne. Meine Arbeit ist nützlich und ich als Berufseinsteiger werde geschätzt – das ist insgesamt eine lehrreiche und positive Erfahrung.

Wie kann man sich das Duale Studium vorstellen – kommen parallel zur Arbeit auch die Themen in der Theorie an der Uni?

JW: Das Studium an sich ist ein normales BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Immobilienwirtschaft, das heißt wir hatten in den ersten Semestern die Grundlagen wie Betriebswirtschaftslehre, Statistik, Wirtschaftsmathematik, Volkswirtschaftslehre, Kosten- und Leistungsrechnung, Jahresabschluss usw. Aber jetzt geht es mehr in die themenspezifischen Bereiche wie beispielsweise Immobilienökonomie oder Baurecht und gerade im aktuellen Semester geht es weiter mit Projektentwicklung und -finanzierung. Wir gehen immer mehr auf die Immobilienthemen ein, was ich total spannend finde, weil man die Theorie konkret mit dem Erlebten aus der Praxis zusammenbringen kann. Ein Beispiel: Da wir bei dem Bauvorhaben in der Kleinen Eiswerder Straße bald mit der Baugrube beginnen wollen, kam das Thema der Baubeginnanzeige auf, also wie weit im Voraus muss angezeigt werden, wenn man anfangen möchte zu bauen. In der Uni wurde öffentliches Baurecht, sowie die Bauordnung Berlin gelehrt und hier heißt es: Eine Woche vorher muss man anzeigen, dass man bauen möchte und das Wissen konnte ich hier schon einsetzen.

Was geben Sie für Tipps an Diejenigen, die sich jetzt für ein Duales Studium begeistern?

JW: Wenn ich von mir persönlich spreche, kann ich nur sagen, dass die Praktika, die ich vorher z. B. bei einem Architekten oder auf der Baustelle gemacht habe, sehr hilfreich waren. Durch die Arbeit meiner Eltern im Immobilienbereich habe ich viel gesehen, war früh auf Baustellen unterwegs und konnte somit viel Wissen aufgreifen. Es ist super, wenn man einfach nah dran ist an dem Beruf, den man einmal ausüben will. So kann man herausfinden wo die Begabung und das Interesse liegen.

Mit dem Dualen Studium gab es zu Anfang die Schwierigkeit, dass es viele Studieninteressenten gab, aber das Angebot an Betrieben, die Duale Studenten aufnehmen, nicht sehr groß war. Das ist schade, denn es ist doch im Prinzip eine sehr effektive Möglichkeit für ein Unternehmen Nachwuchs ab dem Start ins Berufsleben genau auf seine Bedürfnisse zu trimmen. Umso besser finde ich, dass sich dies in der Branche derzeit wandelt und dass sich die Gröner Group in dieser Beziehung breiter aufstellt. Ich kann nur jedem das Duale Studium empfehlen, auch wenn es nicht immer leicht ist neben der Arbeit zu studieren, lohnt es sich!


Eine Meinung aus der Praxis, die für sich spricht. Die Gröner Group bildet an den Standorten Berlin, Leipzig, Karlsruhe und bald auch Köln Duale Studenten aus mit den Schwerpunkten Immobilienmanagement, Real Estate Project Management, Immobilienwirtschaft- und Vermögensmanagement. „Duale Studenten in Kombination mit weiteren Auszubildenden für den späteren Werdegang als Projektassistenzen, sind ideal für eine gesunde Nachwuchsförderung.“, so Ricky Engels.

Insgesamt stehen die Zeichen im Unternehmen verstärkt auf Ausbildung: Neben 18 Werkstudenten werden 14 Auszubildende in den verschiedensten Bereichen deutschlandweit ausgebildet. Bis alle vollständig im Beruf angekommen sind, dauert es zwar noch etwas, aber die Zeichen den Fachkräftemangel aus der Branche heraus zu bekämpfen, sind gesetzt – innerhalb der Gröner Group.

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